Busse erhalten?

Busse erhalten wegen dem Kessel an der Demo am 8. März?

Wenn du dagegen Einspruch erheben willst, findest du die hier eine Vorlage: 8Maerz-Einsprache-Musterbrief  (Denk daran, die Einsprache per Einschreiben zu senden). Wenn du Einsprache erhoben hast, empfehlen wir so schnell als möglich deine Akten einzusehen und davon Kopien mitzunehmen.

Diejenigen, die Einsprache erhoben haben, treffen sich am 10. Oktober um 18:00h im Kasama, um das weitere juristische Vorgehen zu besprechen.

So oder so wollen wir auch eine politische Antwort formulieren. Dazu treffen wir uns am 15. Oktober um 17:00h an der Tramhaltestelle Lochergut.

Wenn du dich entscheidest, die Busse zu bezahlen, aber nicht genug Geld hast, kannst du einerseits beim Absender der Busse eine Ratenzahlung beantragen und wende dich andererseits per Mail (frauenbuendnis@immerda.ch) an uns. Wir sind daran, Geld zu sammeln, damit wir die Bussen kollektiv bezahlen können.

A propos Geld sammeln: Wenn du uns unterstützen willst, unsere Kontoverbindung:  IBAN CH 59 0900 00008926 3353 3 (Bitte Vermerk Kessel)

 

Repression am 8. März

Was tun gegen Repression gegen die Frauendemo am 08. März 2017 in Zürich?

1. Brief der Polizei
Die politische Polizei (früher SiDi heute EA-LO-GE) hat den meisten Frauen, die an der Demo zum Frauenkampftag in Zürich eingekesselt wurden, einen Brief geschickt mit der Aufforderung, ihnen per Post Personalien und Aussagen zu schicken. Darin schreiben sie auch, dass sie uns beschuldigen, an einer unbewilligten Demonstration teilgenommen zu haben. Den Brief nennen sie “Verzeigungs­vor­halt”. Wir haben gemeinsam entschieden, dass wir die Aufforderung ignorieren. Das gilt auch für Min­der­jährige oder Frauen mit gültigem Aufenthaltsstatus (alle in einer besonderen Situation sollen sich bald möglichst bei uns melden). Der Brief hat keine Bedeutung für das Verfahren und soll wahrscheinlich die einzelnen Frauen unter Druck setzen. Alle haben das Recht, die Aussage zu verweigern, das ist unser wichtigstes Recht gegenüber der Polizei!

2. Bussen & Einsprache
Es ist zu erwarten, dass alle eine “Bussenverfügung” per Einschreiben erhalten werden in der näch­sten Zukunft. Damit wir gemeinsam dagegen wehren können, läuft eine Einsprache-Frist von 10 Tag­en. Diese Frist läuft ab dem Tag, ab dem der Brief entgegengenommen oder bei der Post abgeholt wurde. Wenn er nicht abgeholt wird, läuft die Frist trotzdem! Der nicht direkt zugestellte Brief liegt wäh­rend sieben Tagen auf der Post, spätestens am letzten Tag solltest Du ihn abholen. Sonst verpasst Du die Frist.

Um gemeinsam zu entscheiden, wie und ob wir gegen diese Bussen vorgehen wollen, müssen wir die Akten sehen. Deshalb macht es Sinn, dass Du sofort nach Erhalt der Busse Einsprache machst. Du kannst die Vorlage auf der Homepage des Frauenbündnisses verwenden. Mit der Einsprache verlangen wir auch Akteneinsicht. Dann kannst Du beim Absender der Busse einen Termin verlangen und dort Kopien der Akten machen. Du kannst auch gemeinsam mit Freund­Innen oder mit anderen Betroffenen hingehen. Lass Dich beim Termin zur Akteneinsicht nicht auf Diskussionen mit den Behörden ein!

Damit wir gemeinsam diskutieren können, wie wir weiter vorgehen wollen, sollten wir uns wieder treffen, sobald die Bussen eintreffen und Einsprache gemacht wurde. Meldet Euch für ein neues Treffen!

Achtet auf Ankündigungen per SMS und im Netz: frauenbuendnis-zueri.ch / rotehilfech.noblogs.org
Meldet Euch unter: rotehilfe@aufbau.org

und hier eine Vorlage um eure Einsprache zu formulieren:  8Maerz-Einsprache-Musterbrief
3. Solidarität!
Die Stadt Zürich verfolgt die Teilnahme an nicht angemeldeten Demos mit Bussen. Es handelt sich um eine so genannte Übertretung, es folgt also kein Eintrag ins Strafregister. Für das Verhängen von Bussen bis zu Fr. 500 ist das Stadtrichteramt zuständig. Es kommen zur Busse noch Gebühren hinzu in einer ähnlichen Höhe. Je nach dem, ob Frauen schon einmal verurteilt worden sind, kann die Busse höher oder tiefer sein. Das gilt auch bei Minderjährigen, allerdings sind da die Bussen tendenziell tiefer.

Unsere Waffe dagegen ist die Solidarität: Überlegt Euch, wie wir das Geld zusammenbringen, um die zu entlasten, die durch die Bussen in Schwierigkeiten kommen, weil sie das Geld nicht haben. Die Frauendemo war kämpferisch und laut, die Stimmung im Kessel war super!

Der Angriff der Bullen mit Gummigeschossen, Pfefferspray, Bodycams, sexistischen und rassistischen Beleidigungen und stundenlanger Einkesselung im strömenden Regen hat uns nicht einknicken lassen. Im Gegenteil, sie führte zu einer vielfältigen und lauten Mobilisierung ausserhalb des Kessels, die uns stärkte. Wir werden nicht vergessen, dass erstmals seit Jahrzehnten eine Frauendemo in diesem Masse angegriffen wurde und dass die Alternative Liste als Polizeiverantwortliche das zu verantworten hat.

Wir haben trotz Kessel eine kämpferische und starke 8. März-Frauendemo gemacht. Organisieren wir uns nun gemeinsam, um das Geld für die Bussen aufzutreiben!

AG Antirep 8. März Frauenbündnis Zürich, 23.04.2017

Frauendemo zum internationalen Frauenkampftag

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Pressecommuniqué 11. März 2017 Frauen-Demonstration zum internationalen Frauenkampftag 8. März in Zürich

Heute haben sich 1500 Frauen auf dem Hechtplatz in Zürich besammelt zur alljährlichen Frauendemonstration zum internationalen Frauenkampftag. Es ist das hundertjährige Jubiläum der russischen Revolution, an der Massen von Frauen, die sich gegen den Hunger und den Zaren organisierten, zuvorderst beteiligt waren.

In diesem Jubiläumsjahr der Kämpfe der arbeitenden Frauen wurde in Zürich am Mittwoch 8. März erstmals die abendliche Frauendemonstration mit ca. 250 Frauen von der Polizei mit Gummigeschossen, Knüppeln und Pfefferspray angegriffen. Begleitet von sexistischen und rassistischen Kommentaren der ausschliesslich männlichen Bullen, wurde die Demo Stundenlang im Regen eingekesselt. Die über hundert Frauen im Kessel blieben guter Stimmung, riefen Parolen, sangen und tanzten. Auf der anderen Seite der Bullenreihen organisierte sich in der Langstrasse spontane und vielfältige Solidarität.

Umso stärker ist die Kraft und die Wut der heutigen Demonstration der Frauen. Passend dazu der Aufruf der diesjährigen Demo: «Frauen*, organisieren wir uns gegen Faschismus, Krieg und Patriarchat!»

Wie jedes Jahr, seit mehr als drei Jahrzehnten, nahmen sich die Frauen heute in Zürich die Strasse, ohne die Behörden um eine Bewilligung zu bitten. Die Massenmedien entdeckten dieses Jahr plötzlich den Frauentag für sich. Im Unterschied dazu wurde die kämpferische Tradition des Tages zu Beginn betont. Am Besammlungsort wurden Begrüssungsreden aus dem internationalen Frauenkampf in verschiedenen Sprachen gehalten.

Vom Hechtplatz machte sich der kämpferische, lautstarke und vielfältige Demozug auf, um über den Münsterplatz zum Banken-Herz der Stadt zu ziehen.

Die UBS im Zentrum des Finanzkapitals wurde gebührend angegriffen. Uns wurde folgende Stellungsnahme zugestellt: “Kriegsprofiteure angreifen! Mit diesem Schriftzug haben einige Frauen am Paradeplatz die UBS markriert und rote Farbe im Eingangsbereich ausgeschüttet. Auch in der Schweiz profitiert die Rüstungsindustrie und die Finanzbranche von den imperialistischen Kriegen und der weltweiten Aufrüstung. Trotz eines gesetzlichen Verbots finanziert die UBS, die CS, die Kantonalbanken und die SNB Rüstungskonzerne, die an der Produktion von Atomwaffen und Streumunition beteiligt sind. An der Spitze steht die UBS, welche Atomwaffenproduzenten 3.5 Mia. US-Dollar zur Verfügung gestellt hat. Ausserdem finanziert sie drei der acht wichtigsten Streumunitionsproduzenten.”

In diesem Kontext gilt es, Kriegsprofiteure anzugreifen und sich mit den kämpfenden Frauen in Rojava zu solidarisieren. Sinnbildlich dafür gab es ein Theater auf dem Dach des Tramhauses am Paradeplatz.

Von da aus bahnten wir uns den Weg über die Shoppingmeile der Bahnhofstrasse in das durch die Europaallee von der Aufwertung umklammerten ehemalige Arbeiterinnenviertel. Als Reaktion auf den gewalttätigen Bulleneinsatz vom 8. März wurde der Posten an der Militärstrasse mit Farbe und Glitzer eingedeckt. Repression macht wütend und motiviert uns, umso mehr auf die Strasse zu gehen.

Abschliessend machte die Demonstration einen Abstecher zum Bezirksgefängnis. Nekane Txapartegi, die baskische politische Gefangene, und alle Gefangen wurden lautstark gegrüsst und unsere Solidarität ausgedrückt. Nekane wurde hier vor fast einem Jahr verhaftet und sitzt seither in Zürich im Knast. Es droht ihr die Auslieferung durch die Schweizer Behörden an ihre Folterer und Vergewaltiger der spanischen Polizei. Wir fordern ihre sofortige Freilassung und den Schutz vor Folter und sexueller Gewalt für alle Frauen auf der Flucht!

Auf der Stauffacherstrasse beim Helvetiaplatz fand die Abschlusskundgebung statt mit Reden, Musik und Tanz.

Die Parolen und Forderungen waren während der ganzen Demo nicht zu überhören. Es wurden unter anderem Reden zu sexistischen Schönheitsidealen, kapitalisitischer Ausbeutung, dem kurdischen Widerstand und sexualisierter Gewalt gehalten. Es wurden viele Flugblätter und Zeitungen verteilt, Reden gehalten, Aktionen durchgeführt und Parolen gesprayt. Transparente, Schilder, Fahnen, Knaller und verschiedenes Lärmgerät und Pfeifen begleiteten die laute Demonstration. Heute setzten wir ein starkes Zeichen gegen Patriarchat und kapitalisitische Ausbeutung. Wir waren viele, wir werden mehr und wir kommen wieder!

8. März-Frauenbündnis Zürich

Beritan Frauenrat, BFS Frauen, FrauenLesbenKasama, Frauen-Café Winterthur, Gruppe für eine antikapitalistische Praxis, kriPo Frauen*, KuK-Frauen, Neue Frau/ATIK, Frauenstruktur/Revolutionärer Aufbau Zürich, Revolutionäre Jugend Zürich, Sozialistischer Frauenverband aus der Türkei und Kurdistan SKB, Tierrechtsgruppe Zürich und Einzelfrauen

Kontakt: frauenbuendnis(at)immerda.ch

Mehr Infos, Fotos und Texte: www.frauenbuendnis-zueri.ch

Hintergrundinfos

Seit Jahrzehnten wird die 8. März-Demonstration ohne offizielle Bewilligung und unter solidarischem Fernbleiben der Männer durchgeführt. Sie ist ein wichtiger Anlass und wird von einem vielfältigen, linken, revolutionären und feministischen Frauenbündnis organisiert. Das Bündnis deckt viele Spektren der ausserparlamentarischen Linken und der linken Frauenzusammenhänge ab.

In diesem Raum, den wir uns einmal im Jahr für ein paar Stunden erobern, äussern wir uns laut und deutlich über die politischen und sozialen Kämpfe, die hier und weltweit von Frauen geführt werden. Wir drücken unsere Solidarität aus und thematisieren Aktuelles und Historisches. Denn von all den schönen Dingen wie Gleichberechtigung und Lohngleichheit, von gerechter Arbeitsteilung und Aufenthaltsrechten für alle Frauen sind wir sehr weit entfernt. Deshalb kämpfen wir am internationalen Frauenkampftag ‑ und an jedem anderen Tag ‑ gegen die Gewalt an Frauen, für eine Kollektivierung der Hausarbeit, gegen Sexismus, gegen Rassismus, gegen die Illegalisierung von Migrantinnen, für mehr Lohn und mehr Freizeit und vieles mehr… Kurz: Wir kämpfen für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben in einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

Frauen*Demo zum 8. März angegriffen

Kommuniqué vom 8. März Frauenbündnis Zürich zur Frauen*demo von gestern Mittwoch, 8. März 2017:

DSCF0582Wir Frauen* haben uns am 8. März, dem internationalen Frauen*kampftag, militant die Strasse genommen. Die Demo war laut und kämpferisch, es wurde gesprayt, geklebt und es wurden kräftig Parolen gerufen. Die Stimmung unter den 350 Frauen* war bestimmt, lustvoll und es hat Spass gemacht, trotz des schlechten Wetters.

Einmal mehr haben wir uns entschieden, durch die Europaallee zu laufen, um auf die massive Aufwertung des Quartiers aufmerksam zu machen. Viele Frauen, vorallem Sexarbeiterinnen, sind von dieser Aufwertung betroffen.

Zum ersten mal wurde die Demonstration vom 8. März gewalttätig von der Polizei gestoppt. Am 8. März gehen weltweit hunderttausende Frauen* auf die Strasse – aber in Zürich wird uns dieses Recht genommen! Dies geschah unter einem Polizeivorsteher der Alternativen Liste, was einmal mehr zeigt, auf welcher Seite die ganze Sozialdemokratie steht!

2017-03-08_stapo-zum-weltfrauentag2Unverhältnissmässig wurden alle Frauen über 3 Stunden eingekesselt und massiv mit Gummischrot und Pfefferspray angegriffen. Wir wollen hier noch festhalten, dass wir im Kessel von ausschliesslich männlichen Polizisten mit Pfefferspray zusammengetrieben, schikaniert und angegriffen wurden. Frauen*, die ihre Kinder stillen mussten, wurde das Weggehen verwehrt. Dies zeigt wieder einmal, wie schonungslos die Herrschenden jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken versuchen.

Trotz den widrigen Umständen wurde im Kessel ausgelassen gesungen, getanzt und Parolen gerufen. Schon bald formierten sich solidarische Menschen ausserhalb des Kessels und unterstützten die Frauen* im Kessel durch lautstarke Parolen, Gesänge, Schlagzeuge sowie Böller. Es formierte sich daraus eine Solidaritäts-Demo der Langstrasse entlang, welche durch Gummischrot und Tränengas wiederum abrupt beendet wurde.

Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden uns auch wieder am 11. März bestimmt und kämpferisch die Strasse nehmen!

Frauen*, organisieren wir uns gegen Faschismus, Krieg und Patriarchat: Samstag, 11.03.2017 13:30 am Hechtplatz in Zureich

Heute ist nicht aller Tage, wir kommen wieder keine Frage!